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German studies

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Pädagogische Hochschule Freiburg - PH

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3, Prof. Dr. Friedrich, 2001

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Text by Lilian K. ©
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Sprache und soziale Schicht:

Sie Soziolinguistik untersucht die wechselseitige Abhängigkeit von Sprach- und Sozialstruktur; in neuerer Zeit beschäftigt man sich vor allem mit dem Zusammenhang zwischen Sprache und sozialer Schicht (BERNSTEIN).

Vorläufer Bernstein's Theorie:

HUMBOLDT sah einen engen Zusammenhang zwischen Sprache und Denken; er glaubte, die subjektive Wahrnehmung sei von der Sprache determiniert, wobei Sprache als Ausdruck des Volksgeists verstanden wird.

Sprache ist das einzige Mittel zum höheren Denken.

SAPIR ging von einem wechselseitigem Einwirken von Sprache, Denken und Kultur aus, Sprache sei die Gußform des Denkens, die der Erfahrung erst Bedeutung abringt.

Der Mensch trägt die Sprache schon in sich und ohne sie wäre selbst die allerprimitivste Zivilisation nicht möglich.

WHORF radikalisierte die These von SAPIR durch das linguistische Relativitätsprinzip: Jedes Denken ist durch die zugrundeliegende Sprache vollständig determiniert.

Daß die modernen Naturwissenschaften eine übereinstimmende Weltansicht haben, ist nach WHORFE darauf zurückzuführen, daß die indogermanischen Sprachen eine gemeinsame Grammatik besitzen.

Der Anthropologe MALINOWSKY formulierte eine eigene Variante des linguistischen Relativitätsprinzips: Er betonte die Kontextgebundenheit primitiver Sprachen; es werden kaum nicht konkret vorhandene Sachverhalte ausgesprochen.

Ältere empirische Evidenzen zu Sprache und Schicht:

BOSSARD stellte anhand von Tischgesprächen schichtspezifische Unterschiede im Gebrauch bildlicher Sprache fest.

Die Sprache der Unterschicht erweist sich im Vergleich zu derjenigen der Mittelschicht als bildhafter, aber weniger logisch.

IRWIN und TEMPLIN fanden, daß Unterschicht-Kinder bezüglich der Lautentwicklung und der Artikulationsfähigkeit den Mittelschicht-Kindern nachstehen.

Dies ist für den Erwerb eines reichen Wortschatzes sowie syntaktischer Komplexität hinderlich. Sie entwickeln deshalb eine einfache Grammatik und einen nicht-hochsprachlichen Wortschatz.

SCHATZMANN & STRAUSS glauben, daß Vertreter verschiedener Schichten unterschiedliche Kommunikationsstile pflegen.

Im Gegensatz zu den Sprechern der Mittelschicht finden sich bei denen der Unterschicht beim Erzählen von Erlebnissen folgende Merkmale:

- Beschränkung auf die eigene Perspektive;

- geringe Fähigkeit, sich in die Rolle des Hörers hineinzuversetzen;

- Denken in partikularistischen und konkreten BBegriffen;

- geringe Textstrukturierung.

BERNSTEIN's Theorie des linguistischen Codes:

Die Grundthese ist, daß der Sprecher der Mittelschicht über einen elaborierten Code verfügt, während die Sprache in der Unterschicht auf den restringierten Code beschränkt ist.

Grundsätzlich ist die Sprache der Unterschicht defizitär: sie verhindert komplexes und differenziertes Denken und führt letztlich dazu, daß die Angehörigen der Unterschicht niederen gesellschaftlichen Positionen verhaftet bleiben. Im einzelnen ergeben sich folgende schichtspezifische Unterschiede:

Inhaltstyp vs Strukturtyp:

In der Unterschicht erfolgt eine Wahrnehmung von Inhaltstyp: Die Wahrnehmung ist auf die Inhalte von Objekten gerichtet.

Die Mittelschicht ist dagegen durch den Strukturtyp gekennzeichnet: Die Wahrnehmung ist auf Beziehungen zwischen Objekten gerichtet.

Diese Unterscheidung entspricht derjenigen zwischen öffentlicher und formaler Sprache (ältere Begriffe).

Vorstrukturierte vs sich laufend strukturierende Äußerungen:

Die Äußerungen in der Unterschicht sind in hohem Maße vorstrukturiert: es werden häufig Redewendungen und starre Wortfolgen verwendet.

Die Äußerungen in der Mittelschicht strukturieren sich laufend und sie besitzen eine geringe Vorhersagbarkeit.

Restringierter vs elaborierter Code:

Diese beiden Begriffe umfassen das ganze Feld schichtenspezifischen Sprachgebrauchs.

Entscheidend ist dabei der Begriff der verbalen Planung. Sie läuft in drei Schritten ab: Orientierung --> Assoziation --> Organisierung. Dieser Prozeß erweist sich bei den Sprechern der Unterschicht als vorstrukturiert, bei denjenigen der Mittelschicht als sich laufend strukturierend (d.h. die möglichen sprachlichen Alternativen werden genützt.

Statusorientierte vs personenorientierte Rollenbeziehungen:

In der Unterschicht erzeugen statusorientierte Rollenbeziehungen einen restringierten Code (normale, rigide Rollenbeziehungen).

Personenorientierte Rollenbeziehungen, in denen ein elaborierter Code entsteht, kennzeichnen die Mittelschicht: Die Rollenbeziehungen werden erst durch Äußerung der jeweiligen verschiedenen Bedürfnissse aufgebaut.

Kollektionscode vs Integrationscode:

Die Chancen eines Kindes, im elaborierten Code zu reden und zu lernen, hängen davon ab, in welchem pädagogischen Code in der Schule gelehrt wird.

Bei einem Kollektionscode wird das Wissen in streng voneinander getrennten Unterrichtseinheiten vermittelt; die soziale Ordnung erwächst aus hierarchischen Autoritätsbeziehungen. Mittels eines Integrationscodes soll primär die Einsicht gefördert werden, wie Wissen un Erkenntnisse zustande kommen.

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